Prinzessin als Popstar
Die Kirschblüte bedeutet den Japanern extrem viel, sie wird gefeiert, verehrt, steht für Aufbruch, Schönheit, ebenfallsVergänglichkeit. Die deutsche Kirschblütenprinzessin avancierte deshalb dort sofort zum Star, die norddeutsche Architekturstudentin wurde hofiert,schlief in Nobelhotels, speiste mit den Würdenträgern, bekam eine Dolmetscherin zur Seite gestellt. Eine Woche lang hielt sie Reden, überreichte Präsente Hamburgs (wie Manschettenknöpfe,Dosen, Tischuhren mit Hamburger Wappen), überbrachte Grußworte. Eine Diplomatin mit Hamburg im Herzen. „Extrem beeindruckend war mein Treffen mit Tadao Ando, dem japanischen Stararchitekten“, so Schulze. Ihn lernte sie bei der Einweihung der Kirschbaum-Allee in Hamburgs Partnerstadt Osaka kennen.Dort, wo massenhaft Fernsehteams und Medienvertreter aufliefen,ihr Menschenmassen zujubelten. „Ja, dann winke ich auch wie eine Prinzessin“, sagte sie lachend. Wenn sie auf das vergangene Jahr zurückblickt und Bilanz der ersten Hälfte ihrer Amtszeit zieht, so überwiegen –natürlich – positive Eindrücke und persönliche Veränderungen. „Ich bin nicht mehr so schüchtern. Man wächst mit der Aufgabe,man traut sich einiges zu.“
Im Mai 2011 wird dann mit dem bekannten Riesenfeuerwerk ihre Nachfolgerin bei der Deutsch-Japanischen Gesellschaft gewählt werden. Ein wenig Wehmut schleicht sich in die Stimme der 24-Jährigen, wenn sie über den Abschied vom Amt spricht. „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dort zu arbeiten oder an der Uni meinen Doktor zu machen.“ Denn Japan, dieses Land, wird immer ihre Leidenschaft bleiben.
Der Artikel des Hamburger Abendblattes als Printversion (Aus der gedruckten Ausgabe) in digitaler Form:
Über Schluchten und Brücken
Liebe Leserinnen und Leser - ich freue mich, nicht nur als 26. Kirschblütenprinzessin Hamburgs, sondern auch als Annika Schulze, derzeitige Studentin der Tokyo Daigaku, Department of Architecture, einige Grußworte an Sie richten zu dürfen.
Seit dem 01.10.2009 wohne ich nun in Tokyo, wo ich bis Ende Februar mein Auslandssemester absolviere. Damit ist einer meiner größten Träume wahr geworden. Das Ankommen am Ende dieses Weges erforderte einigen Mut zur Desillusionierung: Erwartet mich am Ziel auch wirklich die Situation, die ich mir seit Jahren versuchte auszumalen? Diese Frage möchte ich mit Schilderungen meiner bisherigen Eindrücke beantworten, die für mich verschiedene Zustände eines „Zwischen“ bedeuten. Zwischen zwei Ländern und Kulturen.
In London Heathrow musste ich auf dem Weg nach Japan umsteigen, und schon dort schien es mir, als sei ich bereits in Tokyo
angekommen: Unter den Passagieren war ich alleine unter vielen japanischen Reisenden. Der britische Steward im Flugzeug wiederum sprach fließend Japanisch und in Tokyo angekommen sah ich ein Werbeplakat für die Feier des Oktoberfestes. - Wo bin ich? Es heißt, dass, wenn man zu schnell reist, die Seele nicht mitkommen kann. Man kann sagen, dass es mir in den ersten Tagen hier so ähnlich ergangen ist. Inzwischen bin ich jedoch wirklich vollständig angekommen. Das ist vor allem der Gastfreundschaft der Japaner zu verdanken, die ich bereits unzählige Male erlebt habe. Nicht einsam zu sein - das ist meiner Meinung nach der wichtigste Aspekt dafür, um sich in der Fremde zu Hause fühlen zu können. Zwischen Alltag und Erlebnis.
Da ich in Tokyo hauptsächlich studiere, gilt es natürlich, für die Universität unheimlich viel Leistung zu erbringen. Andererseits scheint es mir, als sei ich eine Langzeit-Touristin. Ich weiß die Zeit, die ich hier verbringe, sehr zu schätzen und genieße jede noch so stressige Minute, weshalb das Studium hier einen besonderen Stellenwert einnimmt, welcher nicht mit dem üblichen
Alltag zu vergleichen ist. Natürlich habe ich mir auch die Zeit genommen, einige Seiten Tokyos aus wahrlich touristischer Perspektive kennenzulernen. So war ich am Kaiserpalast, im Tokyo International Forum, im Getümmel Shibuyas und beim Meiji Schrein im Yoyogi Park. Die Tatsache, dass ich im Prinzip direkt neben Kenzo Tanges Werk des Fuji Television Buildings wohne, lässt mein Architektenherz auch gleich höher schlagen! Zwischen Studentin und Prinzessin.
An der Universität weiß niemand von meinem Amt der Kirschblütenprinzessin. Dabei wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen, mich um dieses Amt zu bewerben, wenn ich nicht der Deutsch-Japanischen Gesellschaft zu Hamburg beigetreten wäre - ursprünglich aus dem Grunde, mich möglichst gut auf mein Studium in Japan vorzubereiten. Nun ist mein Traum also doppelt in Erfüllung gegangen. Die anstehende Amtsantrittsreise im März 2010 konnte ich bereits auch schon ein Stück weit einläuten: Im Oktober 2009 war ich beim 9. German Speech Contest sowie auf einem Konzert des International Joint Concert Organizing Committees in Osaka anwesend und konnte mich dort als neue Kirschblütenprinzessin vorstellen. Diese beiden Events haben auf verschiedene Weisen gezeigt, wie Brücken des Zwischen errichtet werden können. Auf dem Redewettbewerb hat nicht nur die Mühe und die Leidenschaft aller Kandidaten, sondern auch ihre vorgestellten Inhalte, wie z.B. Vorurteile, Höflichkeit und interkulturelle Erfahrungen die Zuschauer beider Nationen erfreut und zum Nachdenken angeregt. Das Konzert wiederum war ein wunderbares Beispiel dafür, dass Musik eine Sprache ist, die über alle Grenzen hinausgeht.
Letztenendes ist man selbst die Brücke, die ihren Bogen über das Zwischen spannt: Mit Interesse und Offenheit wandelt sich die Leere zur Fülle, und scheinbar unvereinbare Widersprüche zu einer bereichernden Vielfalt. Daran denke ich gelegentlich, wenn ich auf dem Uni Campus bei Starbucks einen Matcha Frappuccino trinke.
Kirschblütenprinzessin Annika - Das Feuerwerk war die Krönung
Für Siegerin Annika Schulze heißt es nun "Nippon e yokoso! - Herzlich willkommen in Japan!" Die Städtebau-Studentin aus Langenhorn ist die Nachfolgerin der 25. Hamburger Kirschblütenprinzessin Simona-Marysol Lerch (25). Mit Wissen, Witz und Ehrlichkeit konnte sich die 23-Jährige gegen die vier anderen Anwärterinnen auf das beliebte Amt durchsetzen.
Zuvor mussten sich die fünf Finalistinnen den zum Teil schwierigen Fragen der Jury stellen. Die Jurymitglieder: Finanzsenator Michael Freytag (CDU), Seisuke Narumiya (japanischer Generalkonsul), Horst Blume (Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft zu Hamburg), die amtierende Kirschblütenkönigin Japans, Megumi Yoshida (21), und Lufthansa-Vertriebsdirektor Karsten Zang.
Masterstudentin Annika, die bereits einen Bachelor-Abschluss in Architektur in der Tasche hat, ließ sich weder durch die prominenten Jurymitglieder noch durch provozierende Fragen aus der Ruhe bringen und brachte die 120 Gäste oft zum Lachen. Etwa als sie auf die Frage, was sie gerne von Japans Premierminister wissen würde, antwortete: "Ich glaube, so wichtige Persönlichkeiten wie Premierminister sind auch nur Menschen, irgendwie. Ich würde ihn einfach fragen, welche Musik er gerne hört, denn ich liebe Musik, und darüber kann man immer gut sprechen."
Annika Schulze wird Brücken schlagen, da ist sich die Jury sicher. Auch fachlich überzeugte Annika Schulze, referierte über die Bauhaus-Architektur und verriet, dass Tadao Ando ihr japanischer Lieblingsarchitekt sei, dessen Baustil sie zum Studium der Architektur inspiriert habe.
Alle fünf Bewerberinnen haben ihr Bestes gegeben, denn das Amt als Sonderbotschafterin für Hamburg in Japan ist eine Auszeichnung und gilt als Türöffner ins Land der aufgehenden Sonne. Obwohl auch die vier anderen Bewerberinnen schlagfertige Antworten und charmante Vorschläge hatten, überzeugte Annika Schulze mit ihrer ehrlichen Art.
"Dass ich Kirschblütenprinzessin werden würde, hätte ich nicht gedacht. Ich hätte mich nie beworben, wenn Marco Büscher von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft mich nicht auf die Idee gebracht hätte", sagte die hübsche Hamburgerin direkt nach ihrer Krönung zur 26. Hamburger Kirschblütenprinzessin. Sie habe sich bei der Deutsch-Japanischen Gesellschaft nur angemeldet, weil sie sich auf ihr Auslandssemester in Japan vorbereiten wollte, so Schulze.
Hamburgs 25. Kirschblütenprinzessin Simona-Marysol Lerch sagte: "Vor dir liegt eine tolle Zeit. Bei meinem Besuch in Japan vor einem Jahr kam ich mir manchmal wie ein Popstar vor." Als Sonderbotschafterin wird Annika Schulze auf ihrer Amtsantrittsreise im März 2010 voraussichtlich Japans Premierminister Taro Aso und Osakas Bürgermeister Kunio Hiramatsu besuchen. Gesponsert wird ihr Flug dorthin von der Lufthansa.
Aber auch in diesem Jahr hat die neue Prinzessin schon ein volles Programm. Zum Amtsantritt wird Annika Schulze ins Rathaus eingeladen. Finanzsenator Michael Freytag (CDU) kennt sie ja bereits. "Die Wahl der Kirschblütenprinzessin ist eines der schönsten Termine als Senator", sagte Freytag, der schon zum zweiten Mal Jurymitglied war.
(Quelle: Hamburger Abendblatt, 25. Mai 2009)
Eine dieser fünf Frauen wird Kirschblütenprinzessin
Für Maria Hennlein (23), Joke Trechow (27), Annika Schulze (23), Keiko Tominaga (27) und Elina Bergert (26) geht das Zittern weiter.
Die fünf Finalistinnen um das Amt als Hamburgs neue Kirschblütenprinzessin: Maria Hennlein (v..l.), Joke Trechow, Annika Schulze, Keiko Tominaga, Elina Bergert.
Diese fünf jungen Frauen kämpfen nun um das Amt der Hamburger Kirschblütenprinzessin. Am Mittwochabend wurden die letzten vier Finalistinnen von einer 15-köpfigen Jury gewählt. Nur Keiko Tominaga hatte ihren Finalplatz bereits sicher - durch ihren Sieg bei der Online-Abstimmung der Abendblatt-Leser. Sie hatte 931 von rund 4500 abgegebenen Stimmen erhalten. "Als ich davon erfuhr, bin ich fast vom Stuhl gekippt", sagte Keiko Tominaga, nachdem sie japanischen Geschäftsleuten, Diplomaten und Politikern bei einem Empfang der Deutsch-Japanischen-Gesellschaft im Plenarsaal der Handelskammer vorgestellt worden war.
Jetzt müssen sich die Finalistinnen noch etwas in Geduld üben. Die endgültige Entscheidung wer die Nachfolgerin der amtierenden Prinzessin Simone-Marysol Lerch (27) wird, fällt am 23. Mai im Hotel Intercontinental - einen Tag nach dem traditionellen Kirschblütenfest.
(Quelle: Hamburger Abendblatt, 7. Mai 2009)
Wir wollen Hamburgs neue Kirschblütenprinzessin werden
Freuen sich schon jetzt auf Japan (v. l).: Kathrina Hildebrandt (28),Karina Mohammad (27), Elina Bergert (26),
Annika Schulze (23), Johanna Thuy-Tram Ngu (19)und Nicole Offergeld (21) trafen sich für ihr Gruppenfoto im Japanischen
Garten von Planten un Blomen.
Strahlen können sie alle. Und über Hamburg wissen sie auch ziemlich gut Bescheid. Einige von ihnen waren sogar schon mal in ihrem Traumland Japan. Jetzt will eine von ihnen unsere Stadt für ein Jahr als 26. Kirschblütenprinzessin vertreten.
Nach dem Aufruf im Hamburger Abendblatt haben sich elf junge Hamburgerinnen bei der Deutsch Japanischen Gesellschaft für das Ehrenamt beworben. Sieben trafen sich gestern zum Fototermin im Japanischen Garten von Planten und Blomen.
Unter der Schirmherrschaft des japanischen Generalkonsuls und der Wirtschaftsbehörde präsentieren sich am 6. Mai alle elf bei der Vorauswahl für die letzten fünf Kandidatinnen in der Handelskammer.
Die Abendblatt-Leser können ab heute online abstimmen, wer sich als neue Kirschblütenprinzessin eignet. Dort stellen wir alle elf Kandidatinnen mit Foto und kurzem Steckbrief vor. Eine von ihnen kommt in die Endauswahl der letzten fünf, die am 23. Mai, einen Tag nach dem Kirschblütenfest, zur neuen Kirschblütenprinzessin gekürt wird. Die Krönung findet im Hotel Intercontinental statt.
Alle Bilder und die Abstimmung finden Sie unter http://www.abendblatt.de/prinzessin
(Quelle: Hamburger Abendblatt, 29. April 2009)
NDR Beitrag zum Bewerbungsaufruf für die Wahl 2009
Wer will Hamburgs neue Kirschblütenprinzessin werden?
"Bei meinem Besuch in Japan vor einem Jahr kam ich mir manchmal wie ein Popstar vor. Menschen auf der Straße, die mein Krönchen sahen, haben mir zugewinkt, und bei allen offiziellen Anlässen wurde ein riesiger Wirbel um mich gemacht", erzählt Simona-Marysol Lerch (27), Personalreferentin bei einem Hamburger Unternehmen aus Barmbek, noch immer ganz beeindruckt von ihrem Jahr als Hamburgs Kirschblütenprinzessin. In dieser Zeit als Sonderbotschafterin war sie auf mehr als 50 offiziellen Terminen in Hamburg und auch einige Tage in Japan unterwegs. "Die aufregendsten waren natürlich beim japanischen Premierminister, beim Hamburger Bürgermeister und auch die Begrüßung eines japanischen Kreuzfahrtschiffes im Hamburger Hafen. Aber vor allem habe ich in dieser Zeit viele interessante Kontakte geknüpft und habe auch privat mein Herz für Japan entdeckt", erzählt Simona-Marysol Lerch.
Nun geht ihr Jahr als Kirschblütenprinzessin zu Ende, die Deutsch-Japanische Gesellschaft (www.DJG-Hamburg.de) sucht ihre Nachfolgerin. Und auch für diese heißt es dann "Nippon e yokoso! - Herzlich willkommen in Japan!" Denn das Amt als Sonderbotschafterin für Hamburg in Japan ist eine Auszeichnung und gilt als Türöffner ins Land der aufgehenden Sonne. Einen Tag nach dem traditionellen Kirschblütenfest am 22. Mai an der Außenalster soll Hamburgs 26. Kirschblütenprinzessin als Nachfolgerin von Simona-Marysol Lerch im Hotel Intercontinental gekürt werden.
Das Hamburger Abendblatt ruft seine Leserinnen auf, sich für das Ehrenamt, das auch einen Besuch beim japanischen Premierminister beinhaltet, zu bewerben. Die Bewerberinnen sollten zwischen 19 und 27 Jahren alt sein, ihren Lebensmittelpunkt in Hamburg haben, Englisch sprechen und eine gute Allgemeinbildung haben. Japanisch muss die Bewerberin nicht können. Die besten zehn, eine von ihnen dürfen die Abendblatt-Leser online per Klick auswählen, werden am 6. Mai um 18.30 Uhr einer zehnköpfigen Jury aus Hamburger und japanischen Wirtschaftsleuten, Diplomaten und Politikern im Plenarsaal der Handelskammer vorgestellt. Unter ihnen werden dann die letzten fünf gewählt, von denen schließlich eine am 23. Mai Hamburgs neue Sonderbotschafterin für Japan wird. Interessentinnen schicken bis zum 30. April ihr Foto mit einer Kurzbewerbung an: Deutsch Japanische Gesellschaft zu Hamburg, Frau Christina Claußen, Sonninstraße 28, 20097 Hamburg.
(Quelle: Hamburger Abendblatt, 20. April 2009)



