Hamburg & Japan: Eine starke Verbindung


Hamburg und Japan – das ist seit Jahrzehnten eine Partnerschaft der besonderen Art: Alljährlich im Mai strömen die Hamburger zu Zehntausenden an die Alster, um das großartige japanische Feuerwerk zum Kirschblütenfest vom Ufer oder auf Booten vom Wasser aus zu bestaunen. Längst gehört dieses Frühlingsfest zu Hamburg wie die Reeperbahn und der Hafen zu St. Pauli. Über hundert blühende Kirschbäume an den Alsterufern und der alljährliche
Himmelszauber sind ein Geschenk der japanischen Gemeinde, die sich damit seit 1967 bei der Hamburger Bevölkerung
für die Gastfreundschaft in dieser Stadt bedankt.

Rund 2750 Japaner leben zum Teil schon seit Jahrzehnten in der Metropolregion Hamburg. Sie schätzen die grüne Stadt am Wasser mit ihren Boulevards, Plätzen und Parks – und die weltoffene Atmosphäre dieser norddeutschen Metropole. Viele von ihnen fühlen sich hier sogar fast wie zu Hause. Japaner und Hamburger pflegen ihre Beziehungen auf vielen Ebenen: In Politik, Wirtschaft und Recht ebenso wie in Bildung und Wissenschaft, Kunst, Kultur und Sport gibt es einen lebendigen Austausch auf Augenhöhe.

Deutlichster Ausdruck der tiefen Beziehungen zwischen Hamburg und Japan ist die seit 1989 gepflegte Städtepartnerschaft Hamburg – Osaka. Beide Städte haben viele Gemeinsamkeiten:
Sie sind prosperierende Hafenstädte und in ihrer Region die wirtschaftlich und kulturell führenden Metropolen.
Entsprechend vielfältig ist der Austausch zwischen beiden Städten. Ob Wirtschaftsmanager, Politiker, Künstler oder
Wissenschaftler – beide Seiten gewinnen in dieser Partnerschaft. Ebenso lebendig gestaltet sich der Dialog zwischen
Hamburg und Yokohama, die seit 1992 eine Hafenpartnerschaft verbindet. Auf dieser Basis entwickeln Japan und
Hamburg neue Perspektiven für die Gestaltung der Zukunft.

Für japanische Unternehmen ist Hamburg als dynamisches Wirtschaftszentrum einer der wichtigsten Standorte in Europa. Dazu trägt der Hafen als führende Logistik-Drehscheibe in Nordeuropa ebenso bei wie eine ausgeprägt günstige Infrastruktur für Japaner. Mehr als 100 japanische Firmen sind hier angesiedelt, darunter 25 Europazentralen und 35 Deutschlandzentralen großer Konzerne und Handelshäuser wie Olympus,
Panasonic, Sharp, Casio, Pentax, Marubeni, Seiko, Funai, Yamaha und viele andere mehr.

Das in Hamburg ansässige japanische Generalkonsulat unterstützt japanische Unternehmen bei Ansiedlung und Geschäftsaktivitäten gemeinsam mit der HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung. Darüber hinaus vertritt der japanische Verein Nihonjinkai die Interessen der japanischen Kaufmannschaft in Hamburg. Beste Kontakte nach Japan pflegt Hamburg mit regelmäßigen Delegationsreisen unter der Leitung des Ersten Bürgermeisters oder eines Senators der Stadt Hamburg. Auch der in Hamburg ansässige Ostasiatische Verein OAV und die Handelskammer Hamburg unterhalten seit Jahrzehnten intensive Beziehungen zur japanischen Wirtschaft.

Bei Bildung, Forschung und Wissenschaft spielt Japan in Hamburg eine zentrale Rolle: Bereits 1914 wurde in der Hansestadt der erste deutsche Lehrstuhl für Sprache und Kultur Japans eingerichtet. Diese Tradition setzt die Japanologie- Abteilung des Asien-Afrika-Instituts der Universität Hamburg fort. Weitere Hamburger Forschungsinstitute wie die Deutsche Gesellschaft für Asienkunde e.V. und das GIGA Institut für Asien-Studien beschäftigen sich intensiv mit Japan.

Darüber hinaus pflegt die Deutsch-Japanische Juristenvereinigung e.V. (DJJV) den Dialog über Fragen des Rechts in beiden Ländern. Auch für Studierende aus Hamburg und Japan gibt es eine Reihe von Austauschangeboten: So kooperiert die Universität Hamburg im Rahmen der Städtepartnerschaft mit der Osaka City University. Das Hamburger Konservatorium bietet japanischen Musikern nach ihrem Studienabschluss ein einjähriges Studienjahr zur europäischen Musik an. Ähnliche Austauschprogramme für japanische Musiker unterhält das International
College of Music in Hamburg. Und für die hier lebenden japanischen Familien gibt es seit 1981 eine Japanische Schule in der Metropolregion Hamburg.

Sehr facettenreich gestaltet sich der kulturelle Dialog zwischen Hamburg und Japan. Am bekanntesten ist die Hamburger Kirschblütenprinzessin, die seit 1968 von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Hamburg e.V. alle zwei Jahre gewählt wird. Als Sonderbotschafterin und einzige Kirschblütenprinzessin in Europa trifft sie auf ihrer Japanreise hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik bis hin zum Premierminister. Japanische Kultur findet
man überall in Hamburg – in Museen und Galerien, den japanischen Gärten in Planten un Blomen und im Botanischen Garten sowie in vielen japanischen Restaurants und Sushi Bars der Stadt.
Seit 1999 veranstaltet der Verein Nihon Media das Japanische Filmfest Hamburg. Und in Musik, Oper, Ballett, Theater, Kunst und Design gibt es eine Fülle von Kooperationen. So geht zum Beispiel das weltberühmte Hamburg Ballett von John Neumeier regelmäßig auf Tournee nach Japan. Und die Stadtteile Mukojima/Tokyo und Ottensen/Hamburg pflegen seit 1991 den japanisch-deutschen Stadtteildialog. Auch sportlich hat Hamburg
viel Japanisches zu bieten – Sportarten wie Aikido, Judo, Kendo, Karate, Kyudo oder Iaido faszinieren die Hamburger ebenso wie das Go-Spiel oder das Japanische Trommeln.

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der HWF mbH