Die Bedeutung des Hamburger Kirschblütenfestes

Rund 100 japanische Firmen mit mehr als 7.000 Beschäftigen sind in der Metropolregion Hamburg ansässig, – für über 500 Hamburger Unternehmenist Japan ein wichtiger Zielmarkt: Ein eindrucksvoller Beleg der wirtschaftlichen Bedeutung der Hansestadt für Japan. Diese geschäftliche und freundschaftliche Verbundenheit wird in Hamburg in jedem Jahr im Mai mit dem Kirschblütenfest an der Alster feierlich gewürdigt. Gespendet wird das Feuerwerk -als Dank für die Gastfreundschaft der Stadt Hamburg- von der japanischen Gemeinde Hamburgs, vertreten durch den Nihonjinkai.

Vor dem Hintergrund dieser starken Wirtschaftsbeziehungen verwundert es nicht, dass Hamburg eine von drei Städten weltweit ist, die das von der einflussreichen Japan Cherry Blossom Association (Tokyo) verliehene Recht besitzt, eine Kirschblütenprinzessin wählen zu dürfen. Dieser Aspekt der besonderen kulturellen Verbindung wird in Hamburg bereits seit 1968 zelebriert.

Seit 1968 bedankt sich die Japanische Gemeinde in Hamburg in ununterbrochener Folge mit einem Feuerwerk bei allen Hamburgern für ihre Gastfreundschaft. Gut 30 Minuten lang können mit hereinbrechender Dunkelheit am Abendhimmel über der Außenalster Liebhaber der Pyrotechnik glitzernde Feuerwerkskreationen bewundern. Der Begriff „Kirschblütenfest“ umfasst nicht nur das Feuerwerk, sondern auch das Blütenmeer der gut 5.000 japanischen Kirschbäume im Alsterpark an der Kennedybrücke, der Alsterkrugchaussee und am Altonaer Balkon.

Mit der Wahl der Kirschblütenprinzessin -als Sonderbotschafterin der Freien und Hansestadt Hamburg für Japan- veranstaltet die Deutsch-Japanischen Gesellschaft zu Hamburg e.V. im Zweijahresrythmus ein weiteres Highlight im Rahmen des Kirschblütenfestes.
Das Japanische Generalkonsulat sowie die Wirtschaftsbehörde Hamburg tragen die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung.

Die Hauptaufgabe der Kirschblütenprinzessin ist es, die Hansestadt Hamburg in Japan gebührend zu repräsentieren.


Die neue Sonderbotschafterin der Hansestadt Hamburg und 26. Hamburger Kirschblütenprinzessin wird am 23. Mai 2009 in feierlichem Rahmen im großen Ballsaal des Hotel Inter-Continental gewählt.

Umfassende Informationen sowie Reservierungsmöglichkeiten für dieses außergewöhnliche Event folgen in Kürze im Bereich Wahl 2009.

Zwischen Prinzessin und Sonderbotschafterin - Erfahrungsbericht der 23. Hamburger Kirschblütenprinzessin

(Von Meike Tachlinski)

Oft werde ich gefragt, was das Amt der Kirschblütenprinzessin überhaupt bedeutet und warum ich diese Aufgabe ausübe? Viele wissen zwar, dass die Kirschblüte für Japaner der Inbegriff von Schönheit und Vollkommenheit darstellt und die Zeit der "Hanami" in Japan fast einem Mythos gleicht: Doch was kann da die Aufgabe einer Kirschblütenprinzessin sein? In meiner bisher einjährigen Amtszeit konnte ich persönlich viel über die Beziehungen zwischen Hamburg und Nippon auf kultureller, politischer und wirtschaftlicher Ebene erfahren und hoffentlich selber schon meinen kleinen Beitrag für die wachsende Zusammengehörigkeit beider Nationen leisten: Der Höhepunkt war jedoch meine dreiwöchigen Japan-Reise vom 17. März bis 9. April 2004 und insbesondere hier wurde mir die Bedeutung und Wichtigkeit meiner ehrenvollen Aufgabe als Kirschblütenprinzessin und damit als Sonderbotschafterin der Stadt Hamburg bewusst: Nicht nur die Übergabe der offiziellen Grußbotschaften unseres 1. Bürgermeisters Ole von Beust und unseres Wirtschaftssenators Gunnar Uldall unter anderem an den Japanischen Premierminister Junichiro Koizumi, die Präsidenten des Oberhauses und des Unterhauses, die Bürgermeister der Städte Osaka, Yokohama, Hamamatsu und Komoro, sowie an die Geschäftsführer der erfolgreichen Unternehmen Olympus, Casio und Yamaha gehörte zu meinen Aufgaben vor Ort. Vielmehr konnte ich in vielen persönlichen Gesprächen -aber auch im Rahmen von zahlreichen Interviews über die japanischen Medien- über unsere Stadt als interessanten Wirtschaftsstandort und spannendes Tourismusziel berichten. Bei zahlreichen Veranstaltungen wie beispielsweise der Osaka-Hamburg Städtepartnerschaft Association, der Japanisch-Deutschen Gesellschaft in Hamamatsu, der Cherry Blossom Association in Tokyo oder des Vereins "Alster-Kai", konnte ich unsere Stadt repräsentieren und über politische und wirtschaftliche Beziehungen hinaus, die besondere Verbundenheit zwischen Hamburg und Japan demonstrieren. Ich bin mir sicher, dass ich mit meinem Aufenthalt in Japan, die langjährigen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Hamburg und Japan noch weiter festigen und vertiefen konnte. Aber auch für mich persönlich habe ich sehr von meinem damit bereits zweiten Aufenthalt in Japan profitieren können: Außer der Möglichkeit so viele spannende Menschen und Orte kennenzulernen, hat mir meine Reise wieder eindeutig gezeigt, dass ich mich noch intensiver mit Japan als Land, der Kultur und den Menschen beschäftigen will! Ich freue mich daher sehr, noch ein weiteres Jahr mein Amt der Kirschblütenprinzessin ausüben zu dürfen und würde mich freuen, Ihnen vielleicht bei der nächsten Gelegenheit persönlich noch intensiver über meine Erfahrungen und Erlebnisse berichten zu dürfen!

Wichtig: Offenheit und Neugier gegenüber Unbekanntem

Ein Meer von rosafarbenden und weißen Blüten in allen Parks, an vielen Straßen in und um Tokio, tausende von Menschen-Grüppchen auf Decken unter den blühenden Bäumen und insbesondere tagsüber Künstler über Künstler, die diese Pracht mit dem Pinsel auf ihrer Staffelei oder mit ihrer Kamera festhalten: das war mein erster Eindruck der japanischen Kirschblüte! Es war einer der Höhepunkte meines halbjährigen Aufenthalts von Oktober 2002 bis Anfang April 2003 in Japan. Die ganzen sechs Monate wartete ich auf den Zauber Kirschblüte und hoffte, dieses atemberaubende Ereignis noch vor meiner Abreise zurück nach Hamburg erleben zu dürfen. Denn während meines gesamten Aufenthaltes erfuhr ich nach und nach mehr von diesem "Mythos"- ob von japanischen Bekannten und Freunden oder in meinem japanischen Sprachunterricht- immer wieder wurde mir berichtet, wie einmalig und schön die Kirschblüte sei. Rund eine Woche vor meiner Ausreise begann dann die wohl faszinierendste "Jahreszeit" in Nipppon und ich nahm diese wunderbaren Eindrücke mit zurück nach Hamburg. Doch nicht nur die Pracht der Kirschblüte, sondern meine ganze Zeit im Japan war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Ich wusste, dass diese sechs Monate im Rahmen eines Stipendiums der InWent GmbH (ehemals Carl Duisberg Gesellschaft) nicht mein einziger Berührungspunkt mit dem Land der aufgehenden Sonne sein sollten. Ich wollte mich weiter mit dem Land, den Menschen und der Sprache beschäftigen. Ich wusste jedoch damals noch nicht, wie schnell ich meine Erinnerungen auch hier weiterleben durfte ! Nur einige Tage nach meiner Rückkehr in Deutschland erfuhr ich von der Wahl zur Kirschblütenprinzessin 2003 und damit zur Sonderbotschafterin Hamburgs in Japan. Die Aufgabe für zwei Jahre meine Heimatstadt in Japan zu repräsentieren, in engen Kontakt zu Japan-Interessierten und natürlich auch zu japanischen Bürgern zu stehen und meine Erfahrungen mit Land und Leuten auch hier in Hamburg zu intensiveren- schien mir eine besondere Herausforderung. 23 junge Hamburgerinnen hatten sich um die Rolle der Kirschblütenprinzessin beworben, fünf Kandidatinnen präsentierten sich schließlich im Rahmen des diesjährigen Kirschblütenfestes im Mai 2003 im Steigenberger Hotel der Jury und dem Publikum. Eine Entscheidung zu fällen, war sicherlich nicht einfach - schließlich erfüllten alle fünf Frauen die Vorraussetzungen, die dieses Amt verlangt: Interesse und Wissen über die japanischen Kultur, Kenntnisse über die Heimatstadt Hamburg und Offenheit und Neugier gegenüber Unbekanntem.

 

Um so mehr freue ich mich, dass nun ich diese Herausforderung annehmen durfte und zwei spannende Jahre auf mich warten. Schon jetzt -rund ein Vierteljahr nach der Wahl- erkenne ich, welche Möglichkeiten mir dieses Amt bietet. Highlight wird sicherlich meine erneute Reise im Frühjahr 2004 nach Japan. Aber auch schon jetzt schätze ich meine neu gewonnen Kontakte zu meinen Ansprechpartnern bei den beteiligten Institutionen, wie die Deutsch-Japanische Gesellschaft zu Hamburg, die Behörde für Wirtschaft und Arbeit, die Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und das japanische Generalkonsulat sowie meine unterschiedlichen Repräsentations-Aufgaben. Ich möchte mich schon heute für das in mich gesetzte Vertrauen bedanken und freue mich sehr auf meine zweijährige Amtzeit.



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