Die Bedeutung des Hamburger Kirschblütenfestes
Vor dem Hintergrund dieser starken Wirtschaftsbeziehungen verwundert es nicht, dass Hamburg eine von drei Städten weltweit ist, die das von der einflussreichen Japan Cherry Blossom Association (Tokyo) verliehene Recht besitzt, eine Kirschblütenprinzessin wählen zu dürfen. Dieser Aspekt der besonderen kulturellen Verbindung wird in Hamburg bereits seit 1968 zelebriert.
Seit 1968 bedankt sich die Japanische Gemeinde in Hamburg in ununterbrochener Folge mit einem Feuerwerk bei allen Hamburgern für ihre Gastfreundschaft. Gut 30 Minuten lang können mit hereinbrechender Dunkelheit am Abendhimmel über der Außenalster Liebhaber der Pyrotechnik glitzernde Feuerwerkskreationen bewundern. Der Begriff „Kirschblütenfest“ umfasst nicht nur das Feuerwerk, sondern auch das Blütenmeer der gut 5.000 japanischen Kirschbäume im Alsterpark an der Kennedybrücke, der Alsterkrugchaussee und am Altonaer Balkon.
Mit der Wahl der Kirschblütenprinzessin -als Sonderbotschafterin der Freien und Hansestadt Hamburg für Japan- veranstaltet die Deutsch-Japanischen Gesellschaft zu Hamburg e.V. im Zweijahresrythmus ein weiteres Highlight im Rahmen des Kirschblütenfestes. Das Japanische Generalkonsulat sowie die Wirtschaftsbehörde Hamburg tragen die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung.
Die Hauptaufgabe der Kirschblütenprinzessin ist es, die Hansestadt Hamburg in Japan gebührend zu repräsentieren.
Die neue Sonderbotschafterin der Hansestadt Hamburg und 26. Hamburger Kirschblütenprinzessin wird am 23. Mai 2009 in feierlichem Rahmen im großen Ballsaal des Hotel Inter-Continental gewählt.
Umfassende Informationen sowie Reservierungsmöglichkeiten für dieses außergewöhnliche Event folgen in Kürze im Bereich Wahl 2009.
Zwischen Prinzessin und Sonderbotschafterin - Erfahrungsbericht der 23. Hamburger Kirschblütenprinzessin
(Von Meike Tachlinski)
Oft werde ich gefragt, was das Amt der Kirschblütenprinzessin überhaupt
bedeutet und warum ich diese Aufgabe ausübe? Viele wissen zwar, dass
die Kirschblüte für Japaner der Inbegriff von Schönheit und
Vollkommenheit darstellt und die Zeit der "Hanami" in Japan fast einem
Mythos gleicht: Doch was kann da die Aufgabe einer
Kirschblütenprinzessin sein? In meiner bisher einjährigen Amtszeit
konnte ich persönlich viel über die Beziehungen zwischen Hamburg und
Nippon auf kultureller, politischer und wirtschaftlicher Ebene erfahren
und hoffentlich selber schon meinen kleinen Beitrag für die wachsende
Zusammengehörigkeit beider Nationen leisten: Der Höhepunkt war jedoch
meine dreiwöchigen Japan-Reise vom 17. März bis 9. April 2004 und
insbesondere hier wurde mir die Bedeutung und Wichtigkeit meiner
ehrenvollen Aufgabe als Kirschblütenprinzessin und damit als
Sonderbotschafterin der Stadt Hamburg bewusst:
Nicht nur die Übergabe der offiziellen Grußbotschaften unseres 1.
Bürgermeisters Ole von Beust und unseres Wirtschaftssenators Gunnar
Uldall unter anderem an den Japanischen Premierminister Junichiro
Koizumi, die Präsidenten des Oberhauses und des Unterhauses, die
Bürgermeister der Städte Osaka, Yokohama, Hamamatsu und Komoro, sowie
an die Geschäftsführer der erfolgreichen Unternehmen Olympus, Casio und
Yamaha gehörte zu meinen Aufgaben vor Ort. Vielmehr konnte ich in
vielen persönlichen Gesprächen -aber auch im Rahmen von zahlreichen
Interviews über die japanischen Medien- über unsere Stadt als
interessanten Wirtschaftsstandort und spannendes Tourismusziel
berichten. Bei zahlreichen Veranstaltungen wie beispielsweise der
Osaka-Hamburg Städtepartnerschaft Association, der Japanisch-Deutschen
Gesellschaft in Hamamatsu, der Cherry Blossom Association in Tokyo oder
des Vereins "Alster-Kai", konnte ich unsere Stadt repräsentieren und
über politische und wirtschaftliche Beziehungen hinaus, die besondere
Verbundenheit zwischen Hamburg und Japan demonstrieren. Ich bin mir
sicher, dass ich mit meinem Aufenthalt in Japan, die langjährigen
freundschaftlichen Beziehungen zwischen Hamburg und Japan noch weiter
festigen und vertiefen konnte. Aber auch für mich persönlich habe ich
sehr von meinem damit bereits zweiten Aufenthalt in Japan profitieren
können: Außer der Möglichkeit so viele spannende Menschen und Orte
kennenzulernen, hat mir meine Reise wieder eindeutig gezeigt, dass ich
mich noch intensiver mit Japan als Land, der Kultur und den Menschen
beschäftigen will! Ich freue mich daher sehr, noch ein weiteres Jahr
mein Amt der Kirschblütenprinzessin ausüben zu dürfen und würde mich
freuen, Ihnen vielleicht bei der nächsten Gelegenheit persönlich noch
intensiver über meine Erfahrungen und Erlebnisse berichten zu dürfen!
Wichtig: Offenheit und Neugier gegenüber Unbekanntem
von rosafarbenden und weißen Blüten in allen Parks, an vielen
Straßen in und um Tokio, tausende von Menschen-Grüppchen auf Decken
unter den blühenden Bäumen und insbesondere tagsüber Künstler über
Künstler, die diese Pracht mit dem Pinsel auf ihrer Staffelei oder mit
ihrer Kamera festhalten: das war mein erster Eindruck der japanischen
Kirschblüte! Es war einer der Höhepunkte meines halbjährigen
Aufenthalts von Oktober 2002 bis Anfang April 2003 in Japan. Die ganzen
sechs Monate wartete ich auf den Zauber Kirschblüte und hoffte, dieses
atemberaubende Ereignis noch vor meiner Abreise zurück nach Hamburg
erleben zu dürfen. Denn während meines gesamten Aufenthaltes erfuhr ich
nach und nach mehr von diesem "Mythos"- ob von japanischen Bekannten
und Freunden oder in meinem japanischen Sprachunterricht- immer wieder
wurde mir berichtet, wie einmalig und schön die Kirschblüte sei. Rund
eine Woche vor meiner Ausreise begann dann die wohl faszinierendste
"Jahreszeit" in Nipppon und ich nahm diese wunderbaren Eindrücke mit
zurück nach Hamburg.
Doch nicht nur die Pracht der Kirschblüte, sondern meine ganze Zeit im
Japan war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Ich wusste, dass diese
sechs Monate im Rahmen eines Stipendiums der InWent GmbH (ehemals Carl
Duisberg Gesellschaft) nicht mein einziger Berührungspunkt mit dem Land
der aufgehenden Sonne sein sollten. Ich wollte mich weiter mit dem
Land, den Menschen und der Sprache beschäftigen. Ich wusste jedoch
damals noch nicht, wie schnell ich meine Erinnerungen auch hier
weiterleben durfte !
Nur einige Tage nach meiner Rückkehr in Deutschland erfuhr ich von der
Wahl zur Kirschblütenprinzessin 2003 und damit zur Sonderbotschafterin
Hamburgs in Japan. Die Aufgabe für zwei Jahre meine Heimatstadt in
Japan zu repräsentieren, in engen Kontakt zu Japan-Interessierten und
natürlich auch zu japanischen Bürgern zu stehen und meine Erfahrungen
mit Land und Leuten auch hier in Hamburg zu intensiveren- schien mir
eine besondere Herausforderung.
23 junge Hamburgerinnen hatten sich um die Rolle der
Kirschblütenprinzessin beworben, fünf Kandidatinnen präsentierten sich
schließlich im Rahmen des diesjährigen Kirschblütenfestes im Mai 2003
im Steigenberger Hotel der Jury und dem Publikum. Eine Entscheidung zu
fällen, war sicherlich nicht einfach - schließlich erfüllten alle fünf
Frauen die Vorraussetzungen, die dieses Amt verlangt: Interesse und
Wissen über die japanischen Kultur, Kenntnisse über die Heimatstadt
Hamburg und Offenheit und Neugier gegenüber Unbekanntem.
Um
so mehr freue ich mich, dass nun ich diese Herausforderung annehmen
durfte und zwei spannende Jahre auf mich warten. Schon jetzt -rund ein
Vierteljahr nach der Wahl- erkenne ich, welche Möglichkeiten mir dieses
Amt bietet. Highlight wird sicherlich meine erneute Reise im Frühjahr
2004 nach Japan. Aber auch schon jetzt schätze ich meine neu gewonnen
Kontakte zu meinen Ansprechpartnern bei den beteiligten Institutionen,
wie die Deutsch-Japanische Gesellschaft zu Hamburg, die Behörde für
Wirtschaft und Arbeit, die Hamburgische Gesellschaft für
Wirtschaftsförderung und das japanische Generalkonsulat sowie meine
unterschiedlichen Repräsentations-Aufgaben. Ich möchte mich schon heute
für das in mich gesetzte Vertrauen bedanken und freue mich sehr auf
meine zweijährige Amtzeit.


